10 Dinge, die ich an Südafrika liebe – Food Edition

Seit über zwei Jahren ist Südafrika nun schon meine neue Wahlheimat. Ich habe es mir in einem kleinen Häuschen am Rande von Kapstadt gemütlich gemacht, aber meistens bin ich durch meinen Job als Reiseleiterin mehr Zeit unterwegs als Zuhause. Besonders gern bringe ich meinen Reisegästen auf Tour die südafrikanische Küche in bisschen näher, denn ich bin selbst auch ein riesen Fan einiger landestypischen Leckereien. Ob Biltong, Bobotie oder Braai – Südafrika hat eine Menge kulinarischer Leckerbissen zu bieten!

10. Biltong

Was, du kennst Biltong noch nicht? Dann wird es aber höchste Zeit! Dabei handelt es sich nämlich um absolut köstliches Trockenfleisch aus Südafrika. Aus den USA kommt ein vergleichbares Produkt mit dem Namen „Beef Jerky“ – aber ich kann dir sagen, Beef Jerky ist NICHTS im Vergleich zu Biltong! Besonders typisch ist Biltong vom Rind, am Stück oder bereits vorgeschnitten zu kaufen. Je nach Vorliebe gibt es unterschiedliche Fettanteile und Härtegrade, sogar unterschiedliche Fleischarten! Auch Kudu, Impala, Springbok und Strauß gibt es als Biltong zu kaufen. Ich mag mein Biltong am liebsten klassisch vom Rind, ohne großen Fettstreifen und super soft – dann ist das Trockenfleisch nämlich so zart, dass es nahezu auf der Zunge schmilzt!

9. Gem Squash

Ich hatte schon Gäste mit mir auf Tour, die unbedingt Gem Squash Samen mit zurück nach Hause nehmen wollten, denn diesen faustgroßen gelbfleischigen Kürbis gibt es in Deutschland nicht zu kaufen. Ob das erlaubt ist? Da bin ich mir nicht so sicher. Wo ich mir dafür aber ganz sicher bin ist die Tatsache, dass Gem Squash absolut lecker ist! In Südafrika wird der Kürbis meist halbiert,  gekocht und dann am Tisch aus der Schale heraus gegessen. Besonders lecker wird der Gem Squash mit Butter, etwas Zucker und Zimt (nicht Stirn runzeln – ausprobieren!) oder mit Maiscreme gefüllt und überbacken.

8. Springbokkies

Der Springbok ist eine in Südafrika und Namibia weit verbreitete Antilopenart, doch auch die südafrikanische Rugby-Nationalmanschaft trägt den Namen „Springboks“ – und nach genau denen sind die „Springbokkies“ benannt, die ich so gerne mag. Die Farben des Teams sind nämlich grün und gelb, und genau davon haben sich die Erfinder des „Springbokkies“ inspirieren lassen: Unten im Glas ist ein Pfefferminzlikör, darauf wird dann der berühmte südafrikanische Amarula gegossen – ganz langsam und mit Gefühl, damit die beiden Flüssigkeiten sich nicht vermischen! So entsteht ein absolut leckerer Shooter in den Farben der Rugby-Nationalmannschaft. Der wird natürlich nicht einfach so getrunken, denn es gibt einen „Springbok Dance“, der ritualartig vor dem Trinken durchgeführt wird. Solltest du mich mal irgendwo treffen, dann gib mir einen „Springbokkie“ aus – vielleicht bringe ich dir dann den Springbok Dance bei! 😉

7. Potjie

Potjie („Peukie“ ausgesprochen) ist Afrikaans für Eintöpfe, die in einem großen, gußeisernen Topf auf offenem Feuer zubereitet werden. Lamm, Rind oder auch Wildfleisch eignen sich super für ein Potjie, dazu kommt dann noch Gemüse nach Belieben, wie zum Beispiel Kartoffeln, Paprika und Kürbis. Durch die lange Zeit über dem Feuer wird das Fleisch wunderbar zart. Aber Achtung: Manch ein Südafrikaner sagt, dass ein echtes Potjie nicht gerührt werden darf! Andere sagen allerdings, dass das Unfug ist. Ich rühre mein Potjie jedenfalls und es hat bisher immer allen geschmeckt. 😉

Potjie Topf am Feuer

6. Avocados

Avocados sind in den letzten Jahren weltweit immer beliebter geworden – und in Südafrika sitze ich sozusagen direkt an der Quelle! In Deutschland kommt ein Großteil der Avocados aus Chile und nur wenige wissen, dass auch in Südafrika eine betrachtliche Menge davon angebaut wird. Wenn die „Avo“ gerade Hauptsaison hat, dann quellen die Regale in den Supermärkten fast über, aber auch eine Vielzahl von Händlern am Straßenrand bieten die grüne Leckerei dann zu absoluten Schnäppchenpreisen feil.

5. Amabula Bula Eis

Als ich klein war habe ich zusammen mit meiner Mutter immer selbst Wassereis hergestellt – aus Fruchtsäften oder Limonaden, manchmal mit darin eingefrorenen Fruchtstückchen oder Gummibärchen. Amabula Bula Eis erinnert mich an meine Kindheit, denn dieses kugelrunde Eis am Stiel ist aus Passionsfruchtsaft hergestellt – super erfrischend, super lecker!

4. Bunny Chow

Bunny Chow? Essen die in Südafrika etwa Hasen? Nein! Mit flauschigen Häschen (bunnies) hat dieses Essen nichts zu tun. Bunny Chow ist an der Ostküste Südafrikas in Durban entstanden – der Stadt, die die größte indische Bevölkerung außerhalb von Indien hat. Wo viele Inder sind, da wird auch viel Curry gekocht – und Curries sind in Südafrika ebenso beliebt wie Biltong oder Bier, dementsprechend häufig stehen sie auf der Speisekarte. Ein Bunny Chow ist letzten Endes nichts anderes als ein Curry, das allerdings auf besondere Weise gegessen wird: In einem Toastbrot. Das Curry wird dafür in ein ausgehöhltes Toastbrot gefüllt, das anschließend zusammen mit dem Curry gegessen wird. Wer nicht gerne scharf ist, der muss allerdings aufpassen – die südafrikanischen Curries haben es meist in sich!

3. Game Meat

„Game“ sagt man in Südafrika zu allen Arten von Wildfleisch. Mit deutschem Wild ist es allerdings nicht wirklich zu vergleichen, denn der teils strenge Geschmack von deutschem Wildschwein und Co. ist bei den südafrikanischen Artgenossen so nicht vorzufinden. Richtig zubereitet ist „Game Meat“ ein echter Genuss und zergeht fast auf der Zunge. Eine Lieblingssorte habe ich nicht, höchstens vielleicht eine Lieblings-Zubereitung für die verschiedenen Arten. Impala? Eintopf! Springbok? Calzone! Kudu und Eland? Steak! Strauß? Stir-fry! Warzenschwein? Schnitzel!

2. Bobotie

Bobotie hat sich zu einem meiner absoluten Lieblingsessen entwickelt und auch diverse Freunde und Familie in Deutschland habe ich bereits mit meiner Begeisterung dafür angesteckt. Kein Wunder, denn das Gericht aus Hackfleisch, Rosinen, Currypulver, Aprikosenmarmelade und Ei ist einfach eine geniale Geschmacksexplosion. Kein Wunder aber, dass außerhalb von Südafrika kaum jemand Bobotie kennt, immerhin wirkt die Kombination der Zutaten auf den ersten Blick etwas seltsam. Wer aber einmal bei mir Bobotie gegessen hat, will in der Regel auch gleich das Rezept dafür wissen. 

1. Braai

Ein Braai ist das, was man in Deutschland wohl als „Grillabend“ bezeichnen würde. Dabei ist ein Braai noch so viel mehr, nicht nur Fleisch auf den Grill, Fleisch runter vom Grill, fertig. Ein südafrikanisches Braai ist ein regelrechtes Event, das gerne vom Nachmittag bis spät in die Nacht hinein gehen darf. Gas- oder Elektro-Grill? No thank you! Wer es richtig machen will, der grillt mit Holz, das in einem gemütlichen, von Drinks begleiteten Prozess über Stunden hinweg zu glühenden Kohlen verwandelt wird. Auf keinen Fall darf Boerewors fehlen – eine grobe Bratwurst mit kräftigen Gewürzen, dazu werden dann zum Beispiel noch Steaks oder Hähnchenteile auf den Grill gelegt.

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