Bei einem Besuch in Hong Kong darf eines nicht fehlen: Ein Ausflug auf den Victoria Peak, den höchsten Berg Hong Kongs.

Viele Touristen greifen dabei auf die Peak Tram Bahn zurück, deren Bergstation bequemerweise im Inneren eines Einkaufszentrums mit Aussichtsplattform liegt. Doch bereits an der Talstation beginnt der Ärger: Die Schlange zum Ticketkauf ist lang und auf den ersten Blick wirkt es so, als ob nur ein Kombipaket mit Peak Tram und Aussichtsplattform verkauft wird.  Erst am Verkaufsschalter entdecke ich das kleine Schild mit dem Preis für die Fahrt alleine: 40 Hong Kong Dollar (HKD) statt 83 HKD für das Kombipaket. Gut 20 Minuten stehe ich für den Ticketkauf an, dann nochmal 20, bis ich endlich in der Bahn bin. Ein Busticket auf den Peak hätte mich übrigens schlappe 10 HKD gekostet, ganz ohne Anstehen.

Hong Kong Peak Tram

Und hat sich die Bahnfahrt gelohnt? Naja. Die Bahn fährt in einem sehr steilen Winkel und das macht es schon ein wenig spannend, besser als das wurde der Ausblick allerdings nicht:

Hong Kong Victoria Peak

Nach knapp 5 Minuten bin ich auf dem Victoria Peak und habe erst einmal so meine Schwierigkeiten überhaupt einen Weg aus dem Einkaufszentrum zu finden, denn ich hatte mir schon vor Antritt der Reise in den Kopf gesetzt, dass ich die teure Aussichtsplattform meiden werde.

Stattdessen gehe ich vom Einkaufszentrum weg, nach rechts in Richtung der “Lugard Street”. Sie soll zu einem Weg führen, von dem aus man einen ebenso guten Blick über Hong Kong hat wie von der Aussichtsplattform. Alle paar hundert Meter kommt mir jemand entgegen, aber zu stark frequentiert ist dieser Weg nicht. In der Ferne, tief unter mir, höre ich das Rauschen der Stadt, hier oben aber nur das Rauschen der Blätter. Der Weg ist erstaunlich grün, denke ich mir – schließlich denkt man bei Hong Kong an Hochhäuser, nicht an Büsche und Bäume. Eben diese verdecken aber leider auch den Blick auf die Stadt, die rechts unter mir liegt.

Kurz überlege ich, ob ich nicht vielleicht doch umdrehen und zur Aussichtsplattform gehen soll. Aber ich gehe weiter, noch ein bisschen weiter, und werde belohnt: Die Baumbewuchs rechts des Weges wird immer lichter und plötzlich liegt ganz Hong Kong vor mir:

Hong Kong Victoria Peak Panorama

Ich laufe noch ein Stückchen weiter, dann suche ich mir eine gute Stelle und baue mein Stativ auf. Jetzt heißt es Abwarten und genießen, während sowohl Sonnenuntergang als auch blaue Stunde kommen und gehen. Als es noch hell ist kommt der ein oder andere Tourist an mir vorbei – die großen Massen, wie sie bei der Aussichtsplattform zu finden sind, bleiben allerdings aus.

Hong Kong Victoria Peak Panorama at sunset

Mit Einbruch der Dunkelheit leuchten die Fenster und Leuchtreklamen der vielen Hochhäuser auf und tauchen die Stadt in ihr Licht. Hong Kong bei Nacht – eine Stadt, die niemals zu ruhen scheint.

Hong Kong Victoria Peak Panorama at night

Erst viele Stunden später kehre ich zum Einkaufszentrum zurück und mache mich zusammen mit den anderen Touristen in der Peak Tram wieder auf den Weg zurück in die Stadt.

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