Als Bloggerin sind neben meinen Texten Fotos mein wichtiges Handwerkszeug – schließlich helfen sie dabei einen möglichst authentischen, ehrlichen Eindruck meiner Abenteuer und Erlebnisse zu vermitteln. Doch so gerne ich fotografiere, bisher hatte ich noch nie wirklich die Muse gefunden mich einmal intensiv mit der Technik und den Möglichkeiten meiner Kamera auseinanderzusetzen. Begriffe wie “Weißabgleich” oder “ISO” waren mir nach einiger Zeit dann doch bekannt und im Automatik-Modus fotografiere ich auch schon seit vielen Jahren nicht mehr, aber dennoch: Eine digitale Spiegelreflexkamera bietet so unglaublich viele Optionen und Einstellungsmöglichkeiten mit denen ich mich einfach nie beschäftigen wollte (und deshalb auch immer wieder auf tolle Fotos verzichten musste, weil ich nicht schnell genug die richtigen Einstellungen fand!).

Als mich der Fotospezialist cewe vor ein paar Tagen dann zu einem Fotoworkshop einlud musste ich natürlich nicht lange überlegen: Das war meine Chance endlich einmal zu lernen richtig mit meiner Kamera umzugehen! Also ab in den Zug nach Hamburg – für mich ja beinahe ein Heimspiel. :)

Das dreitägige Programm war so vielfaltig und bunt gemischt wie die für den Workshop angereisten Teilnehmer: Von “ich fotografiere heute zum ersten Mal so richtig” bis hin zum Profifotografen war ein breites Spektrum vertreten. Zuerst war ich ein wenig nervös – schließlich ordnete ich meine Fotografiekünste bisher eher in der Ecke “point & click” ein und fühlte mich daher wie der blutige Laie zwischen ambitionierten Hobbyfotografen und Profis. Doch schnell legte sich die erste Aufregung und beim Seifenblasen-Fotoshooting im Hotelgarten wurden die ersten Tips und Tricks ausgetauscht.

Die erste wichtige Lektion für Fotografen habe ich auch direkt dort im Hotelgarten gelernt: Ohne Fleiß kein Preis. Fotografie braucht eine Menge Geduld – gerade wenn man Seifenblasen jagt, die in einem Moment da sind und im nächsten schon wieder verschwunden kann es dauern, bis man einen Treffer landet. Also: Nicht aufgeben, sondern lieber probieren und variieren bis das Ergebnis stimmt:soap bubble girlWorkshopleiter und Profifotograf Robert stand uns dabei stets mit theoretischen Inputs und praktischem Rat zur Seite und so zeigten sich für mich bei einer abendlichen Fototour am Hamburger Hafen schnell die ersten Erfolge: Plötzlich konnte ich Fotos unter Lichtbedingungen schießen, die mich früher zum Verzweifeln oder gar Aufgeben gebracht hatten.

Im Elbtunnel bot sich zum Beispiel die Möglichkeit mit unterschiedlichen Belichtungszeiten und Blendenöffnungen zu spielen und dank ein wenig Hilfe von Profi Robert entstanden dabei tolle Fotos:

Elbtunnel Hamburg

Natürlich hat nicht jeder Zuhause einen Profifotografen auf Abruf sitzen, daher hier ein paar Tips zum Thema Langzeitbelichtung:

Langzeitbelichtung

Das A&O bei Aufnahmen mit Langzeitbelichtung ist ein Stativ oder eine andere stabile Unterlage (z.B. Mauer, Tisch), damit die Fotos auch bei langer Belichtungszeit nicht verwackeln. Es empfiehlt sich im Modus “M” zu fotografieren, da dort alle Einstellungen selbst gewählt werden können. Man sollte die niedrigste ISO-Einstellung wählen (bei meiner Kamera ist das 200, bei anderen Kameras ist sogar ein noch niedrigerer Wert möglich), um so Rauschen im Bild zu vermeiden. Blende und Belichtungszeit können für unterschiedliche Ergebnisse variiert werden – das Bild aus dem Elbtunnel enstand z.B. bei Blende 5,6 und Belichtungszeit von 3 Sekunden, längere Belichtungszeiten eignen sich besonders gut bei bewegten Lichtquellen – mehr dazu unter “Lichtmalerei”.

Anschließend wurde mir dann bei Lichtmalerei auf den Landungsbrücken erst so richtig bewusst wie viel mehr Spaß und Erfolgserlebnisse die Fotografie mir bereiten kann, wenn ich nur weiß wie ich mit den grundlegenden Einstellungsmöglichkeiten meiner Kamera umzugehen habe. Bei langer Belichtungszeit “malten” wir mit Taschenlampen und Feuer Bilder in die Nacht – ich liebe die wunderschönen Fotos, die dabei entstanden sind:

lichtmalerei Hamburg Hafen, Landungsbrücken Hamburg Hafen, Landungsbrücken Feuermalerei

Dabei klappt vielleicht nicht alles auf Anhieb…

Skelett Hamburg Hafen, Landungsbrücken

…aber nicht verzagen, sondern einfach weiter probieren! Irgendwann stimmt dann auch das Timing: Skelett Hamburg Hafen, LandungsbrückenIn diesem Zusammenhang hier noch ein weiterer Tip für alle Fotografieanfänger: Fotografieren sollte man am besten im .raw Format, damit man die Bilder danach noch gut bearbeiten kann. Dazu muss man bei bestem Willen kein Photoshop-Profi sein, denn bereits mit einfacher Software und ein paar Grundfunktionen kann man schon viel mehr aus seinen Bildern herausholen. Ich habe mir dafür die Studentenversion von Lightroom für knapp 65 Euro angeschafft und bin damit sehr zufrieden – das Programm ist übersichtlich gestaltet und mit wenigen Klicks kann ich meine Bildern aufhellen, beschneiden, Farbwerte korrigieren und und und.

Lichtmalerei Hamburg Hafen, Landungsbrücken

Ich hatte so unfassbar viel Spaß bei der Lichtmalerei, dass ich total die Zeit vergaß und eigentlich gar nicht mehr von den Landungsbrücken weggehen wollte. Irgendwann stibitzte Robert mir dann aber das Stativ – time to go. :( Lichtmalerei ist so eine schöne Art mit Fotografie kreativ zu werden – ich kann es wirklich jedem nur empfehlen sich einmal selbst daran zu versuchen.

Herumtreiberin Logo Lichtmalerei

Um anderen Fotografieanfängern wir mir den Einstieg zu erleichtern habe ich hier nochmal wichtige Infos und Grundeinstellungen zusammengefasst:

Lichtmalerei

Benötigt wird auf jeden Fall wieder ein stabiler Untergrund, am besten natürlich ein Stativ. Zudem sollte der Hintergrund möglichst dunkel sein, damit nachher das mit z.B. Taschenlampen gemalte Motiv auch gut erkennbar ist. Die von mir gezeigten Bilder wurden mit einer Belichtunszeit von 15 bis 30 Sekunden aufgenommen – die Zeit sollte man je nach Aufwändigkeit und Umfang des Motives anpassen.

Letzten Endes hilft nur eines: üben, ausprobieren und stets kritikfähig bleiben, damit man sich verbessern kann. ;)

– Dieser Post enthält werbende Inhalte. Diesbezügliche Infos zu Transparenz und Ehrlichkeit findest du hier. -

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