Casablanca – das Tor zu Marokko

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Heute freue ich mich ganz besonders darüber eine Gastbloggerin vorstellen zu dürfen, die meinen Blog nun hin und wieder mit ihren Erlebnissen bereichern wird: josi. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich nämlich niemand geringeres als meine Mutter, die ihres Zeichens ebenfalls eine Weltenbummlerin ist (und noch dazu vermutlich meine treuste Leserin!). Vergangenes Jahr war sie für zwei Wochen in Marokko und hat sich dazu bereiterklärt die wunderschönen Fotos meines Vaters mit Text zu umweben:

Casablanca: weiße Häuser, blaues Meer, bunte Märkte und Rick’s Café aus dem berühmten Filmklassiker „Casablanca“ – für viele ist diese Stadt mit einem unbestimmten Zauber verbunden und stellt gleichzeitig auch erste Station bei einer Marokko-Rundreise dar. Kaum angekommen hört man aber oft, Casablanca sei – mit Ausnahme der Moschee Hassan II – einen Aufenthalt nicht wert. Wirklich nicht? Das sehe ich anders.

Casablancas Fischmarkt – marokkanischer Alltag hautnah

Möchte man Alltagsszenen erleben, lohnt sich ein Spaziergang durch die Stadt durchaus. Direkt am Hafen, in der Nähe des neuen Bahnhofs „Casa Port“, findet man zum Beispiel einen täglich stattfindenden Fischmarkt noch in seiner Ursprünglichkeit. Schon von Weitem sieht man am Himmel Scharen ausgehungerter Möwen, die auf Fisch hoffen. Läuft man hindurch zwischen Pfützen, Fischinnereien und Paletten kann man beobachten, wie mit schillernden Fischen beladene Kisten direkt von den Kuttern nach oben zu den Helfern gewuchtet werden. Der Fang wird auf dem Boden ausgeschüttet oder auf improvisierten Verkaufsständen angeboten. Große und kleine Fische, Rochen, Babyhaie und Tintenfische glänzen in der Sonne, während hunderte von hungrigen Möwen sich über ins Meer geworfene Innereien hermachen. Und auch so mancher Fisch, der sein eigentliches Ziel auf dem Verkaufstisch verfehlt, landet in einem aufgerissenen Schnabel. Die Verkaufsverhandlungen faszinierten mich auch, obwohl ich die Sprache nicht verstehe – ein Handschlag als Geschäftsabschluss ist unmissverständlich! Touristen verirren sich allerdings nur selten hierher…vielleicht, weil sich der Fischmarkt im Zollgebiet des Hafens befindet und nicht von Reiseführern empfohlen wird. Man kann aber problemlos durch die Zollschranken laufen (und ich kann es jedem Besucher ans Herz legen genau das zu tun!). Fotografieren ist dort aber verboten (worauf uns ein freundlicher Uniformierter auch beim ersten Zücken der Kamera sofort hinwies).

Casablancas Medina – das Herz der Stadt

Ebenfalls in der Nähe des Hafens befindet sich die Medina, die Altstadt Casablancas, mit ihren labyrinthartigen Wegen.

Eingang zur Medina

Eingang zur Medina

Hier gilt das Warenangebot einer Straße oft einem einzigen Produkt – für mich unbegreiflich befinden sich unzählige Läden mit identischem Angebot nebeneinander: Reihen von Kleidung, Schmuck oder Musikinstrumenten. Ein sehr großes Angebot gilt den heimischen Töpferwaren, besonders den Formen für die Tajine, dem traditionellen marokkanischen Eintopf. Und immer wieder öffnet sich der Blick auf die liebevoll aufgebauten Angebote der Händler von Obst, Gemüsen und Gewürzen. Mit freundlicher Gelassenheit bieten sie ihre Waren an und sind zu manchem Schwätzchen gerne bereit.Casablanca Medina, Marokko

Casablanca Medina, Marokko

Traditionelle marokkanische Tajine-Töpfe

Casablanca Medina, Marokko Zwischen Gemüse- und Gewürzständen findet sich so ziemlich alles, was man eventuell brauchen kann, so zum Beispiel auch eine Fahrradwerkstatt:

Casablanca Medina, Marokko

Zudem gewährt ein Besuch in der alten Medina von Casablanca wirklich authentische und unverfälschte Einblicke in das Leben und Handeln in Casablanca – hier ein Ordungssystem der etwas anderen Art:Casablanca Medina, Marokko

Casablanca Medina, Marokko

Blick über die Köpfe auf einen Turm und ein Minarett, die gut als Orientierungspunkt in den verwinkelten Gassen der Medina dienen können.

Ach ja, “Rick’s Cafe” aus dem Kultfilm „Casablanca“ gibt es direkt an der Außenmauer der Medina in Casablanca tatsächlich. Es ist natürlich nicht das Original aus dem Film von 1942 (dies existierte nur in Hollywood-Studios), sondern wurde 2004 von einer Amerikanerin detailgetreu in einem Altstadthaus eingerichtet. Ein Besuch lohnt, denn das Flair des Films findet sich hier wieder – beim Abendesssen zur leisen Jazzmusik bei gedämpftem Licht…und der berühmte Schwarzweißfilm läuft als Endlosschleife in der Bar!

Rick's Café - Casablanca, Marokko

Erinnerung an meinen Besuch bei Rick’s Café

7 Responses

  1. Brenda

    My husband and I are big classic movie fans, so of course I loved your post and I love the movie Casablanca. I’ve always dreamed about going to Rick’s Cafe and pretend I’m in the scene.

    I also loved your description of the fish market, these types of experiences is what I look for in every destination-everyday living.

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  2. Natalie Deduck

    What a lovely post, especially because it wa written by you mum!
    Last year we travelled during 20 days in Morocco, but didn’t make to Casablanca. Now I regret the decision, definitely we’ll need to go back there!!
    Thanks for the inspiring pics!
    Happy Travels,
    Nat :-D

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  3. RaW | Ramble and Wander

    Morocco has always been on my list of countries to visit. Would love to travel slow throughout the country while at the same time learn about their culture as well as their languages – Arabic & French. I especially love the last photo of the market & minarets above, by the way. Such a bustling market filled with mostly locals, just the way I love it!

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